Die Säure-Basen-Bestimmung und Therapie

Im Krankheitsfall ist häufig der Säure-Basen-Haushalt des Körpers schon länger und nachhaltig gestört. Ähnlich wie in einem Gartenteich, dessen chemisches und biologisches System „umkippt“ und dann Algen rasend schnell wachsen und die Fische verenden lässt, kann das Kippen unseres Säure-Basen-Milieus unserem Organismus massiven Schaden zufügen. Deshalb achtet der Gartenteichbesitzer peinlich genau auf das biochemische Verhältnis in seinem Teich und gleicht Unausgewogenheit aus, bevor das Milieu kippt – auf unser eigenes Körpermilieu hingegen wird viel zu wenig geachtet bzw. erst dann, wenn es reichlich spät ist und Krankheiten ausgebrochen sind!

Unser Organismus besteht zu 80% aus basischen und zu 20% aus sauren Substanzen. Der Säure-Basen-Haushalt des Körpers ist aber kein statisches System, sondern ständigen Schwankungen unterworfen. Es gibt allerdings feine Messwerte, die im Großen und Ganzen eingehalten werden müssen, damit unser Stoffwechsel optimal funktioniert. Aufschluss über dem Säure-Basen-Haushalt gibt der sog. ph-Wert in Blut, Speichel und Urin sowie der spezifische Widerstand dieser Körpersäfte und deren Oxidationsverhalten. Hieraus lassen sich Rückschlüsse auf die Situation im sog. extrazellulären Raum ziehen, die nach obigem Vergleich dem Wasser im Gartenteich entspricht und nicht direkt gemessen werden kann.

Mit der zusätzlichen Messung des Intrazellulärpuffers lassen sich aktuelle Aussagen über die Größe von z. B. Basendefiziten machen, die medikamentös neutralisiert werden können. Gibt es zu wenig basische Puffer, übersäuert das Gewebe und dies führt zu Störungen der Sauerstoffverwertung mit den sich daraus ergebenden Konsequenzen, sprich: Krankheit, die an anderer Stelle bereits beschrieben wurden. Die Akutmedizin in den Krankenhäusern ist ohne Säure-Basen-Messungen nicht denkbar.

Ein wesentlicher Teil der Behandlung sind Infusionstherapien, da hierbei Medikamente direkt in das Blut gelangen. So lassen sich schnell Ungleichgewichte im Säure-Basen-Haushalt ausgleichen und Vitamine, Spurenelemente und Schmerzmittel können verabreicht werden. Bei bestimmten Indikationen bewährt sich die Procain-Basen-Infusion: Man mischt eine basenhaltige Infusion mit Procain (dem Mittel, das auch bei der Neural-Therapie angewendet wird – siehe dort). Dieses lokale Betäubungsmittel, das eine breite Auswirkung auf das vegetative Nervensystem hat, entwickelt in diesem Kontext sehr tiefgreifende Veränderungen bei Schmerzkrankheiten und degenerativen Erkrankungen, wie z. B. bei:

  • Akne
  • Karies
  • Allergien
  • Kopfschmerzen
  • Arthrose, Arthritis
  • Magengeschwüren
  • Asthma
  • Migräne
  • Chronischer Müdigkeit (CFS-Syndrom)
  • Neurodermitis
  • Darmentzündungen
  • Niereninsuffizienz
  • Depressiven Verstimmungen
  • Nierensteinen
  • Durchblutungsstörungen
  • Oestoporose
  • Erkrankungen des Bewegungsapparates
  • Paradontose
  • Gallensteinen
  • Reizbarkeit
  • Gicht
  • Sodbrennen
  • Hautpilzen
  • Thrombosen
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Tinnitus
  • Heuschnupfen
 

Die häufig verwendete Urin-pH-Messung allein sagt nur sehr wenig über das tatsächliche Säure-Basen-Verhältnis eines Patienten aus. Auch die pH-Messung in Blut und Speichel ergibt nur eine Momentaufnahme des Stoffwechselgeschehens. Der Urin-pH-Wert unterliegt vor allem äußeren Einflüssen wie der Nahrungs- und Getränkeaufnahme. Darüber hinaus existiert ein 24-Stunden-Rhythmus der Nierenfunktion, so dass nachts und am frühen Morgen vermehrt Säuren ausgeschieden werden.

Wir messen deshalb mit modernsten Analysemethoden nicht nur den Säure-Basen-Status, sondern untersuchen auch die Pufferkapazität des Blutes, den Oxidationsstatus der Zellen (d. h. wie viel Sauerstoff die Zellen noch verstoffwechseln können) sowie den elektrischen Widerstand verschiedener Körperflüssigkeiten. Erst durch diese umfassenden Untersuchungen sind wir in der Lage, den tatsächlichen Säurezustand in den einzelnen Körperzellen (Intrazellulärpuffer) zu bestimmen, um dann das innere Milieu des Patienten dahingehend zu verändern bzw. zu normalisieren, damit optimale Lebensbedingungen herrschen und Krankheiten bestmöglich behandelt werden können.

Um die Übersäuerung des Körpers wieder zu normalisieren, kommen verschiedene Therapien wie z. B. die Sauerstoff-Therapie zum Tragen. Darüber hinaus erhält der Patient individuelle Ernährungspläne, Basen-Infusionen sowie basische Pulver und Präparate. Den Säure-Basen-Haushalt wieder in eine gesunde Verfassung zu bringen, geschieht allerdings nicht binnen weniger Tage. Der Patient ist angehalten, selbst aktiv und lange andauernd daran mitzuwirken, eine Gesundung des Organismus zu erreichen.


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