Die Sauerstoff-Therapie und die Ozon-Therapie

Sauerstoff ist eine Grundlage unseres Lebens bzw. ohne Sauerstoff wäre Leben schlicht nicht möglich. So sind auch sehr viele Erkrankungen auf einen gestörten Sauerstoff-Stoffwechsel zurückzuführen bzw. können dadurch erst entstehen. Vor allem chronische Erkrankungen sind oft die Folge dauerhaft und bereits länger bestehender Saustoffverwertungsstörungen, die den gesamten Organismus in Mitleidenschaft ziehen. Bei Diabetes beispielsweise können die Rote Blutkörperchen (Erythrozyten) Sauerstoff nicht mehr in die Zellen transportieren. Dies führt in der Folge zu Mangelerscheinungen des Gewebes, so dass Durchblutungsstörungen und Neuropathien entstehen.

Doch die mangelhafte Versorgung mit Sauerstoff ist auch für die Aufgaben der unterschiedlichen weißen Blutkörperchen-Typen (Leukozyten) verheerend. Leukozyten reinigen den Organismus von unverträglichen Stoffen und Krankheitserregern. Dazu zählen Bakterien, Viren, Tumorzellen, Toxine, Würmer, Pilze und vieles mehr. Die verschiedenen Leukozyt-Typen verrichten verschiedenste Arbeiten innerhalb des Immunsystems bis hin zur Markierung von Antigenen und der Bekämpfung von erkrankten körpereigenen Zellen und Krebszellen. Diese neutrophilen Granulozyten, Makrophagen und Dendritischen Zellen werden deshalb landläufig auch als Fresszellen bezeichnet. Sind sie durch mangelnden Sauerstoff geschwächt oder gar handlungsunfähig, können zahllose Leiden und Erkrankungen entstehen.

Verschiedene, miteinander verwandte Therapiemethoden zur Erhöhung des Sauerstoffgehalts im menschlichen Organismus werden in unserer Praxisklinik Dr. Baltin durchgeführt. Bei der Sauerstoff-Therapie (Oxyvenierung) wird dem Blut reiner medizinischer Sauerstoff, langsam und exakt dosiert, in geringen Mengen durch eine intravenöse Infusion zugeführt. Die so für das Blut verfügbaren kleinsten Sauerstoffbläschen bewirken die Bildung gefäßerweiternder und entzündungshemmender Stoffe. Überflüssiges Gewebewasser, das z. B. für die Entstehung von Ödemen verantwortlich ist, wird ausgeschwemmt und die Verklebungsfähigkeit der Blutplättchen wird gehemmt, so dass potentiellen Gefäßthrombosen entgegen gewirkt wird. Auch die bereits genannten Leukozyten vermehren sich stärker und aktivieren so das körpereigene Immunsystem.

Neben der intravenösen Sauerstoff-Therapie kommen bei uns folgende Methoden zum Einsatz:

  • Oxyvenerierungs-Therapie (hierbei wird medizinischer Sauerstoff direkt intravenös verabreicht)
  • Ozonbehandlungen, bei denen medizinisches Ozon verabreicht wird
  • Hämatogene Oxidations-Therapie (UV-bestrahltes und mit Sauerstoff angereichertes Blut)
  • Darminsufflation mit Sauerstoff-Ozon-Gemischen

Allen Maßnahmen ist gemein, dass sie eine langanhaltende Wirkung besitzen. Dies ist, wie bereits erwähnt, auf die Versorgung der Blutkörperchen sowie darauf zurückzuführen, dass die körpereigenen Enzymsysteme zur Neutralisierung Freier Radikaler ebenfalls stark aktiviert werden. Dies wird durch mittlerweile etliche wissenschaftliche Arbeiten bestätigt.

Je nach Wahl der Therapieform (Oxyvenierung, HOT, Ozon), deren Anwendung stets eine umfassende Untersuchung des Säure-Basen-Haushaltes vorausgeht, sind u. a. folgende Indikationen für die Sauerstoff-Therapie angezeigt:

  • Allergien
  • Migräne
  • Chronische Ekzeme
  • Neurodermitis
  • Durchblutungsstörungen der Organe und Gliedmaßen
  • Polyneuropathien
  • Erschöpfungszustände
  • Potenzstörungen
  • Gedächtnisstörungen
  • Psoriasis (Schuppenflechte)
  • Herzerkrankungen
  • Schlaganfallfolgen
  • Herzinfarktfolgen
  • Tinnitus
  • Heuschnupfen
  • Wasseransammlungen in den Beinen
  • Makuladegeneration
 

Darüber hinaus können Sauerstoff-Therapien auch als begleitende Maßnahme in der Krebstherapie eingesetzt werden, um Nebenwirkungen zu minimieren und Nieren- und Lebenschäden zu verringern, aber auch um den Erfolg anderer Behandlungen zu steigern. Denn das Tumorwachstum hängt eng mit der Sauerstoffversorgung zusammen, d. h. je schlechter das Gewebe durchblutet ist, desto saurer wird das Zellstoffwechselmilieu. Ein saures Milieu jedoch begünstigt die Wachstumsbedingungen der Tumoren, die zeitweise fast ohne Sauerstoff auskommen und dann sogar besonders rasch Metastasen bilden können.

Die Anwendung der Sauerstoff-Therapie erfolgt kurmäßig, d. h. sie wird im Idealfall über mehrere Tage oder Wochen hinweg regelmäßig durchgeführt. Nachbehandlungen in mehrmonatigen Intervallen sind sinnvoll und richten sich nach den Grundbeschwerden.


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