
Eine der zentralen Aufgaben eines Arztes ist es seit jeher, Schmerzen zu lindern. Es zählen chronische Schmerzerkrankungen mit ca. 20% Betroffenen aller deutschen Bundesbürger zu den häufigsten Gründen, weshalb Patienten eine Arztpraxis aufsuchen. Bei Spannungskopfschmerzen, Migräne, Muskelschmerzen etc. werden dann in aller Regel Schmerzmittel verschrieben, die den Schmerz dämpfen sollen. Dies funktioniert auch eine Weile – solange, bis der Körper an den Nebenwirkungen der Schmerzmittel Schaden nimmt.
Darüber hinaus werden Menschen mit chronischen Schmerzerkrankungen in unserer Leistungsgesellschaft häufig allein gelassen und auch in ihrem eigenen Umfeld nicht verstanden. Denn der „schmerzfreie“ Mensch versteht unter Schmerz meist das, was er selbst kennt: Z. B. leichte Kopfschmerzen, Muskelkater, eine Muskelzerrung oder eine leichte Verrenkung. Wer jedoch selbst einmal beispielsweise einen echten Migräne-Anfall oder drastische Nervenschmerzen erlebt hat, weiß, dass chronische Schmerzerkrankungen das Leben eines Patienten ebenso beeinträchtigen können wie andere schwerste Erkrankungen. In vielen Fällen werden chronisch Schmerzkranke deshalb auch depressiv und verlieren jegliche Lebens- und Schaffenskraft.
Chronische Schmerzerkrankungen können unterschiedlichste Ursachen haben und diese gilt es zunächst detailliert zu analysieren. Neben der Lokalisierung des Schmerzes und der allgemeinen Diagnose müssen auch Parameter berücksichtigt werden, die auf den ersten Blick gar nichts mit dem Schmerz zu tun haben mögen: So können z. B. „Schwächen“ in den Nasennebenhöhlen, im Verdauungsbereich, an den Zähnen oder Entzündungen eine wichtige Rolle spielen.
Der Therapieansatz richtet sich dann nach diesen Merkmalen und wir nutzen möglichst unschädliche und nebenwirkungsfreie Methoden ohne bzw. niedrige Nachwirkungserscheinungen. Unsere Maxime lautet „Schmerzfrei ohne Beipackzettel“. Doch dieses erklärte Ziel ist kein Dogma und mitunter ist es notwendig, starke Schmerzmittel einzusetzen, um dem Patienten zu neuer Lebensqualität zu verhelfen.
Gerade bei chronischen Schmerzen gilt die Devise: „aus dem Therapieversuch lernen“, dass heißt, der Arzt muss die Chance bekommen und selbst auch wahrnehmen, bei Versagen einer Behandlungsstrategie eine andere zu wählen.



