Die Chiro-Therapie und die Osteopathie

Die Chiro-Therapie wird zur Beseitigung von Störungen des Bewegungsapparates und vor allem der Wirbelsäule eingesetzt. Diese manuelle Praktik, bei der der Arzt nur mit den Händen arbeitet (chiro, griechisch = Hand) kann ebenfalls über 5.000 Jahre zurück verfolgt werden. Mit Aufkommen neuer chirurgischer Fertigkeiten und der Chemie war die Chiro-Therapie vorübergehend in Vergessenheit geraten, um dann in den 1970er Jahren wieder umso stärker in den Fokus der physikalischen Medizin zu rücken. Im Gegensatz zu vielen anderen manuellen Therapien ist die Chiro-Therapie heute wieder Teil des Medizinstudiums, wissenschaftlich anerkannt und darf nur von Ärzten mit entsprechender Ausbildung praktiziert werden.

Die Chiro-Therapie arbeitet mit exakten Handgriffen und löst so Verspannungen und Fehlstellungen der Wirbelsäule und der Gelenke. Diese sog. Blockaden können plötzlich, z. B. durch eine ungewöhnliche Belastung, das Tragen schwerer Gegenstände oder durch ein unfallbedingtes Schleudertrauma entstehen, aber sich auch schleichend durch dauerhafte Fehl- oder Zwangshaltungen entwickeln. Sie führen zu weitreichenden Bewegungseinschränkungen, Verspannungen und Verhärtungen der Muskulatur und verursachen durch gereizte Nervenwurzeln Schmerzen, die sich auch in weit von der Wirbelsäule entfernt und auf eine Art und Weise äußern können, die man gemeinhin erst einmal gar nicht mit Fehlstellungen der Wirbelsäule oder der Gelenke in Zusammenhang bringen würde: So können sich die Symptome neben Schmerzen in den Schultern, im Rücken oder den Beinen in der Folge auch in Hörstörungen, Schwindel, Gedächtnis- und Konzentrationsschwierigkeiten, Depressionen, Schlafstörungen, Herzbeschwerden, Magen- und Verdauungsstörungen, Prostatabeschwerden u. v. m. niederschlagen.

Die grundlegende Diagnose erfolgt bei der Chiro-Therapie manuell. Eine Röntgen-Diagnostik zum Ausschluss von Frakturen, Osteoporose oder anderen krankhaften Befunden ist im gegebenen Fall unerlässlich, aber für die manipulativen Maßnahmen unerheblich, weil Gelenkblockaden in der Regel im Röntgenbild nicht zu sehen sind.

Die Osteopathie stellt eine Sonderform der Chiro-Therapie dar. Begründet wurde die Osteopathie (von „ostéo“, griechisch: Knochen und „páthos“, griechisch: Leiden) von dem amerikanischen Arzt Dr. Andrew Taylor Still (1828 – 1917), der feststellte, dass eine Disharmonie in der Körpermechanik auch die umliegenden Gewebestrukturen beeinträchtigt und die Funktion weit entfernt liegender Organe stören kann. So können durch das spezielle Verfahren osteopathischer Griffe, die für den Patienten selbst zunächst kaum wahrnehmbar sind, nicht nur lokale Beschwerden, sondern auch tiefliegende Funktionsstörungen behandelt werden. Diese spezielle Methode zur Wiederherstellung der Mobilität wird vom Patienten oft als regelrecht befreiend empfunden und gibt ihm ein gänzlich neues Körpergefühl. Ebenso wie bei der Chiro-Therapie ist es mit einer einzigen osteopathischen Behandlung meist nicht getan. Damit Gelenke, Wirbel, Organe und Gewebe sich dauerhaft in ihre ursprüngliche Position und Bewegungsfreiheit einfinden können, sollten auch die Osteopathie-Anwendungen meist mehrfach und in bestimmten Zyklen wiederholt werden.


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