Medikamentöse Therapien

Mitunter ist es bei bestimmten Erkrankungen bzw. Krankheitsstadien angezeigt, kurzfristig pharmakologische Medikamente zu geben. Doch in der Praxis Dr. Baltin verstehen wir unter „medikamentöser Therapie“ i. d. R. nicht den Einsatz chemischer Medikamente mit meist vielen und oft schweren Nebenwirkungen, sondern nutzen die Wirksamkeit verschiedener Stoffe wie etwa Vitaminen, Mineralien und Nährstoffen.

Dabei greifen wir unter anderem auf folgende bewährte Verfahren aus der Erfahrungsmedizin zurück:

Orthomolekulare Medizin

Unter orthomolekularer Medizin versteht man eine gezielte Nährstofftherapie, bei der dem Körper bestimmte Substanzen wie Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente in konzentrierter Form zugeführt werden. So können zahlreiche Erkrankungen behandelt werden, deren Ursache auch durch ein Ungleichgewicht der natürlichen Nährstoffe im Organismus zu finden ist.

Den Begriff „orthomolekulare Medizin“ für die Nährstofftherapie prägte der Chemiker und zweifache Nobelpreisträger Linus Pauling (1901 – 1994), der in den 1960er Jahren durch die Erforschung des Vitamin C berühmt wurde. Von ihm stammt der oft zitierte und richtige Satz: „Orthomolekulare Medizin ist die Erhaltung guter Gesundheit und die Behandlung von Krankheiten durch Veränderung der Konzentration von Substanzen, die normalerweise im Körper vorhanden und für die Gesundheit verantwortlich sind.“

Homöopathie

Mittlerweile kennt fast jeder Mensch die Homöopathie, die nach dem Prinzip „Ähnliches möge durch Ähnliches geheilt werden“ funktioniert. Dies bedeutet, dass die Homöopathie im Gegensatz zu den Medikamenten der Schulmedizin nicht mit Mitteln gegen die Erkrankung arbeitet, sondern gerade gezielt die Symptome einer Erkrankung auszulösen sucht, um so die Selbstheilungskräfte des Patienten anzuregen.

Hierbei werden unterschiedliche und gemäß der Erkrankungen seit mehr als hundertfünfzig Jahren katalogisierte natürliche, zumeist pflanzliche Stoffe, in einem Alkohol-Wasser-Gemisch oder einer Milchzuckerlösung in unterschiedlichen Potenzen verdünnt, so dass schlussendlich nur noch der Informationsgehalt des Präparats übrigbleibt. Die Erfahrungsmedizin in der Homöopathie zeigt, dass die Wirksamkeit eines homöopathischen Medikaments häufig sogar umso stärker ist, je höher das Mittel potenziert wurde.

Das von dem Arzt Samuel Hahnemann (1755 – 1843) entdeckte Prinzip der Homöopathie betrachtet den Menschen strikt ganzheitlich. So wird vor Beginn einer homöopathischen Behandlung eine ausführliche Anamnese (Befragung des Patienten) durchgeführt, die nicht nur seine körperlichen Beschwerden und Symptome berücksichtigt, sondern vor allem auch seine Gemütsverfassung. Nach den ersten Gaben homöopathischer Mittel kann es mitunter zu einer Erstverschlimmerung der bestehenden Symptome kommen. Dies ist positiv zu werten, da dadurch zu erkennen ist, dass der Patient auf das Mittel reagiert. Die Erstverschlimmerung klingt meist rasch ab und es folgt der Weg zur Genesung.

Spenglersan-Kolloid- Therapie

Auch die nach dem Schweizer Arzt Carl Spengler (1860 – 1937) benannte Spenglersan-Therapie macht sich die Erkenntnisse der Homöopathie zunutze. Spengler arbeitete u. a. am Berliner Institut von Robert Koch mit den Nobelpreisträgern Behring und Kitasato im Rahmen der Tuberkulose-Forschung und der Immunologie zusammen. Im Rahmen dieser Arbeiten entdeckte Spengler Möglichkeiten zur aktiven und passiven Immunisierung, um das Immunsystem erkrankter Menschen zu stärken. Dies gelang ihm mit sogenannten Mischeffekten von Stoffen und Bakterien, die heute als Spenglersan-Kolloid-Präparate bekannt sind. Als Kolloide (aus dem griechischen Worten für „Leim“ und „Form, Aussehen“) werden Teilchen oder Tröpfchen bezeichnet, die in einem anderen Medium (Feststoff, Gas oder Flüssigkeit), dem Dispersionsmedium, fein verteilt sind.

Bei sog. „Spenglersanen“ handelt es sich um homöopathisch aufbereitete Bakterienprodukte, die als mikrobiologische Mikromodulatoren agieren und das Immunsystem zur Bildung von Antikörpern anregen. Die Spenglersane werden dem Patienten nach genauer Diagnose auf die Haut der Ellenbeuge, des Bauchs oder der Oberschenkelinnenseite oder auch direkt auf schmerzende oder entzündliche Stellen eingerieben. Die Spenglersane führen zu keinen Nebenwirkungen und können, da auf Alkohol als Trägerstoff verzichtet wird, auch bei Säuglingen, Kleinkindern, Schwangeren und stillenden Müttern angewendet werden.

Phytotherapie

Die Phytotherapie bzw. die Pflanzenheilkunde kann auf eine jahrtausende alte Tradition zurückblicken und ist fester Bestandteil der Medizin. Sie verbindet naturwissenschaftlich-medizinische Methoden mit althergebrachtem Erfahrungsschatz. Die Wirksamkeit vieler Arzneimittelpflanzen ist wissenschaftlich nachgewiesen und die Erfahrungsheilkunde zeigt, dass die Wirkung pflanzlicher Medikament oftmals größer ist als chemisch isolierter Substanzen.

Doch ebenso wie bei pharmakologischen Medikamenten kommt es auch bei pflanzlichen Arzneien auf die sachgerechte Auswahl, die geeignete Anwendungsform und den verantwortungsvollen Umgang mit den Mitteln an. Die Indikationsbandbreite ist weit gefächert: So können pflanzliche Medikamente z. B. bei Erkrankungen von Herz und Kreislauf, Magen, Darm, Leber, Galle, Atemwegen und der Haut, aber auch bei chronischen und schweren Krankheiten unterstützend und lindernd eingesetzt werden. Darüber hinaus kommen pflanzliche Mittel zum Einsatz, um seelische Störungen zu behandeln und haben sich vor allem bei Schlafstörungen, Abgeschlagenheit, Angstzuständen und Stressauswirkungen bewährt.

In unserer Praxisklinik kommen je nach Diagnose und individuellem Erkrankungsfall noch zahlreiche andere medikamentöse Therapieverfahren zum Einsatz, die dabei allesamt dem Leitsatz „beste Wirkung mit geringsten Nebenwirkungen“ verpflichtet sind.


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